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Tacos, Tequila und Banditos

Mexiko ist immer für ein Abenteuer gut

Tacos, Tequila und Banditos

Ich bin immer zu einem Abenteuer bereit. Als Berufsfotograf bin ich schon an einigen ziemlich verrückten Orten auf der ganzen Welt gewesen. Ich hatte bei Aufnahmen einer Kajakexpedition tief im mexikanischen Dschungel Zusammenstöße mit Zapatistenrebellen, wobei auch eine gut anderthalb Meter lange, rasierklingenscharfe Machete nicht fehlen durfte. Ich musste schließlich die Rebellen mit 1000 Dollar in bar bestechen, bevor sie mich gehen ließen. Als ich jetzt einen Anruf von Profikajakfahrer Joel Kowalski bezüglich einer Reise nach Michoacán in Mexiko erhielt, war ich verständlicherweise ein wenig zurückhaltend.

Joel hatte das Abenteuer seit ein paar Jahren geplant und eine ganze Mannschaft von Sportlern zusammengetrommelt, darunter die Red Bull-Kajakfahrer Rafa Ortiz und Dane Jackson.  Die Reise hörte sich sagenhaft an, und diese Gegend hatten noch keine Kajakfahrer wirklich erkundet. Also buchte ich meine Tickets und flog mit meinem Bruder David, der mir bei vielen meiner Aufträge assistiert, nach Mexiko

Michoacán ist nicht, wie man sich Mexiko normalerweise vorstellt. Nach unserer Ankunft fragten uns die Einheimischen, was wir in Michoacán wollten. Touristen verirren sich nur selten in diesen Teil von Mexiko, unter anderem deswegen, weil in dieser Region seit Jahren ein Drogenkrieg geführt wird, bei dem viel Blut vergossen wird. Aber wir wollten ja schließlich nicht an irgendwelchen Kämpfen teilnehmen, sondern nur einige enorme Wasserfälle finden, die zuvor noch niemand mit einem Kajak bewältigt hatte.

An unserem ersten Aufnahmetag arbeiteten wir uns in glühender Hitze von über 35 °C die Abhänge einer Schlucht hinunter zu einem 12 m hohen Wasserfall am Rio Hoyo del Aire. Dort wollten wir zu den Kajakfahrern stoßen, während sie die erste Abfahrt auf dem noch unerforschten Fluss bewältigten.

Glücklicherweise verlief alles problemlos. Die größte Sorge bei einer Kajakexpedition ist, dass man, sollte sich jemand verletzen, diese Person nur unter großen Schwierigkeiten aus der Schlucht heraus zu einem Arzt bringen konnte.

Auf dem Rückweg labten wir uns an Tacos, die wir von einem Straßenhändler in der Nähe der Stadt kauften, und begossen unseren erfolgreichen Tag mit Bier und Tequila. Die Rechnung für zehn hungrige Kerle, die riesige Mengen an Tacos verschlangen, belief sich auf ganze 23 Dollar.

Nach diesem tollen Start unserer Reise entschlossen wir uns, unser Glück herauszufordern und am nächsten Morgen einige ein paar Stunden von unserem Lager entfernte Wasserfälle in Uruapan zu erkunden.

Nachdem wir einen ganzen Tag mit Herumfahren und Herumlaufen verbracht hatten, konnten wir nur Wasserfälle vorweisen, die mit voller Kraft auf Felsen herunterstürzten. Müde und hungrig hielten wir in einer kleinen Stadt an, um vor der Fahrt zurück in unser Lager in Uruapan etwas zu essen.

Ich glaube, wären wir nicht so erschöpft gewesen, hätten wir noch etwas länger durchgehalten und hätten uns sehr viel früher auf die Weiterfahrt gemacht. Fahren in der Dunkelheit in Mexiko ist oft etwas abenteuerlich. Nach einer Stunde Fahrt stießen wir auf eine Straßensperre mit mexikanischen Soldaten, die mit M16-Maschinengewehren ausgerüstet waren. Da in gewissen Gebieten die Regierungssoldaten genauso korrupt wie die Drogenkartelle sein können, waren wir alle recht nervös. Glücklicherweise konnten unsere Führer die Soldaten bei guter Laune halten, und nach einer kurzen Inspektion des Fahrzeugs waren wir wieder unterwegs. Etwa 20 Minuten später stießen wir auf eine Reihe von Felsblöcken, die die Straße vollständig blockierten. Aus der Dunkelheit tauchten Männer mit schwarzen Masken und AK47-Maschinengewehren vor uns auf. Sie umkreisten das Fahrzeug und schrien uns auf Spanisch den Befehl zu, uns nicht zu bewegen. Eine Sekunde lang schien dies das schlimmstmögliche Szenario zu sein; bestenfalls würden sie uns nur ausrauben. Auftragsentführungen sind in Teilen von Mexiko in jüngster Zeit ebenfalls sehr häufig geworden.

Nach einer scheinbar SEHR langen Zeit wurde uns klar, dass die Männer mit den Gewehren Mitglieder einer Bürgerwehr auf der Suche nach drogenschmuggelnden Mitgliedern von Drogenkartellen waren. Schließlich ließen sie uns gehen. Wir erreichten unser Lager in Uruapan sehr spät und legten uns schlafen.

Beim Besteigen des Flugzeugs, das uns zurück in die USA bringen sollte, fragte ich mich, ob sich unser Glück wohl gewandelt hätte, wären wir noch ein paar Tage länger geblieben.

Mexiko ist immer ein Abenteuer. Aber auf dieser Reise konnten wir ein paar spektakuläre Aufnahmen von Wasserfällen machen, die noch nie zuvor von Kajakfahrern bezwungen worden waren.




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Lucas Gilman

Lucas Gilman fotografiert Action-Sportarten auf der ganzen Welt aus einer extremen Perspektive.
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