#reisen

Erinnerungen an den Sommer in Alaska

Was verändert sich mehr im Laufe der Zeit: Der Ort oder der Reisende?

Erinnerungen an den Sommer in Alaska

Im letzten Sommer flogen meine Frau und ich nach Alaska, um ihren 30. Geburtstag und unseren vierten Hochzeitstag zu feiern. So bedeutsam der Trip für sie und für uns beide gemeinsam auch war, hatte er für mich eine Bedeutung, die schwerer zu quantifizieren war, und über die ich nicht aufhören konnte nachzudenken.

Zwanzig Sommer davor war meine Familie in den Sommerferien in dieselbe Gegend von Alaska gereist. Als Zwölfjähriger beobachtete ich das Kommen und Gehen der Boote in Homer Spit, nahm am Wildwasserrafting der Klasse III-IV von Nenana teil und ließ meinen Blick über die Alaska Range und die wolkenverhangene Spitze des Denali schweifen. Zwei Jahrzehnte später stand ich auf derselben Nehrung, nahm am selben Wildwasserrafting teil, beobachtete die Wolken, die dieselben Gipfel verdeckten – das Gebiet von Alaska ließ mich kontinuierlich an Beziehung zu Orten nachdenken, daran, was es heißt, ein Reisender zu sein, an Erinnerungen.

Exit Glacier, Kenai Fjords National Park

Die Rückkehr zu bestimmten Orten, die meine Familie 1992 besucht hatte, fühlte sich an wie das Eintreten in ein verblasstes Reisefoto. Ich stoppte immer wieder, das Panorama abzusuchen, um die Lücken der Bilder meiner Erinnerung zu füllen. Die Gletscherablagerung am Fuß des Exit Glacier war mir äußerst vertraut, obwohl der Gletscher selbst etwa 30 m zurückgewichen war, seit ich ihn zuletzt gesehen hatte.

Buckelwal, Resurrection Bay

Meine Haupterinnerung an die eintägige Kreuzfahrt in der Resurrection Bay vor 20 Jahren ist die eines Buckelwals, der direkt neben dem Boot auftauchte. Bei dem erneuten Besuch beobachteten meine Frau und ich diesen, der sich wiederholt vor dem Hintergrund des Bear Glacier zeigte.

Seward Highway

Alaska, bei weitem der größte Staat, hat in etwa dieselbe Menge Autobahn-Meilen wie Vermont. Es ist gut möglich, dass Sie, wenn Sie irgendwohin fahren, die einzige Straße befahren, die es dorthin gibt. Der Seward Highway, der aus Abschnitten von Highways 1 und 9 besteht, verbindet Anchorage und die kleine Hafenstadt Seward, wo der Resurrection River auf die Bucht trifft.

Flug

Am 30. Geburtstag meiner Frau flogen wir in einem 10-Sitzer De Havilland Otter vom Talkeetna Flughafen hoch zum Denali Stützpunkt. Der Pilot wies uns auf Sehenswürdigkeiten hin und erzählte uns über Kopfhörer Witze.

Der Susitna

Einer unserer ersten Eindrücke beim Blick aus dem Fenster waren die Flechten des Susitna River. Die Palimseste der Hochwasserableitung zeigen die Vergangenheit des Wassers fast so deutlich wie die Gegenwart.

Berg-Landebahn

Die Landung auf Eis und festgefahrenem Schnee der Landebahn des Stützpunktes war überraschend weich. Sobald der Motor abgeschaltet war, war unser Einstieg in diese andere, weiße und erhabene Welt vollzogen.

Pizza-Lieferung

Die Fluggesellschaft befördert sowohl Bergbewohner als auch Touristen zum Stützpunkt. Scheinbar verspricht sie Bergsteigern, die den ca. 6.700 m hohen Gipfel von Denali erfolgreich bezwingen, frische Pizza vom Mountain High Pizza Pie in Talkeetna. Am 30. Mai diente unser Flug auch zur Pizza-Lieferung für diese Gruppe koreanischer Bergsteiger.

Mount Hunter

Beim Tiefflug über die Alaska Range sahen wir diese starke Verzahnung von Gipfeln, die sich zurück bis zum Susitna Valley erstrecken. Und dann waren wir plötzlich auf Augenhöhe mit dem Goliath Mount Hunter. Ich liebe dieses Foto, denn es vermittelt die unverwechselbare Präsenz, die diese Berge haben.

Talkeetna Lakes

Zurück unter der Baumgrenze machten wir einen Spaziergang durch die Natur in der Gegend des Talkeetna Lakes Parks mit Howard Carbone, dem Inhaber von Alaska Nature Guides. Hier zeigt er auf einen Eisvogel oder eine Küstenseeschwalbe über dem gläsernen Wasser des Hauptsees.

Versorgung in Talkeetna

Talkeetna wirkt wie der Mikrokosmos eines modernen Alaskas. Die etwa 900 Bewohner der Stadt haben die unterschiedlichsten Hintergründe, haben aber eine Gemeinsamkeit: die Erfahrung, dem Busch das Leben abzuringen. Hundert Meter die Hauptstraße entlang gibt es frisch gebackenes Spinatbrot, das aus einem Wohnwagen serviert wird, eine Reihe echten Biers von Denali Brewing und eine Schüssel pikanter Himalaya-Knödel.

Ninilchik

In einem Land mit wenigen Menschen gibt es dennoch viele Geschichten. Die russisch-orthodoxe Kirche in Ninilchik, die das Cook Inlet am Westrand der Halbinsel Kenai überblickt, stammt aus dem Jahre 1901 und wurde von russischen Siedlern erbaut, die 50 Jahre zuvor in diese Gegend gezogen waren. Auch wenn Ninilchik durch den Sterling Highway leicht erreichbar ist, scheint es das Dorf nicht zu bemerken.

Tutka Bay

Unsere letzten Tage verbrachten wir in einer Luxus-Lodge, die nur mit dem Boot von Homer Spit aus, oder ansonsten mit dem Wasserflugzeug, zu erreichen war. An ihrem freien Tag versuchten Lodge-Führer Andy und Krista den Kamm zu überqueren, der auf der anderen Seite des Ufers zu sehen war. Auf der Hälfte des Weges mussten sie umkehren, da der Pfad mit schenkeltiefem Schnee bedeckt war.

Die andere Seite

Als Teresa uns zum Meereskajakfahren im Regen mitnahm, wurden wir von einem Paar Schweinswalen entdeckt. Eine Zeitlang schwammen sie mit uns mit, tauchten ab und waren 30 Sekunden lang still, durchbrachen dann die Stille des Regens mit einer einzigen spritzigen Fontäne, wobei ihre blassen Körper die Oberfläche des grünen Wassers wie eine Kindheitserinnerung berührten.

Forst im Zwielicht

Die komprimierte Vegetationsperiode, das verlängerte Zwielicht… Sommer in Alaska kann sich wie Magie anfühlen, wenn du dort als Besucher hinein fällst. In der Nähe der Lodge führen Pfade durch Sitkafichten zu Nestern von Weißkopfadlern und zu schwarzen Kieselstränden.

Fauna

Bei Ebbe wird das Ufer der Tutka Bay Lodge in einen aquatischen Kleintierzoo verwandelt. Hier zeigt Andy einen der massigen Sonnenblumen-Seesterne, die im Tang am Dock hängen.

Mitternacht

Wir schafften es nie, die ganze Nacht wach zu bleiben, um zu sehen, ob es in Alaska im Juni tatsächlich dunkel wird. Der Mitternachtsspaziergang kam der Sache am nächsten.

Alle Fotos von Aya Padron




Pinterest Tumblr

Hal Amen

Hal hat in Südkorea, Bolivien und Argentinien gelebt; gegenwärtig nennt er das texanische Austin seine Heimat. Er ist Mitautor der Bücher „Korean for Beginners“ und „My First Book of Korean Words“.
Weitere Informationen

Welchen Ferienort der Kindheit würden Sie gern noch einmal besuchen?



Erzählen Sie Ihre Geschichten Instagram

Verwenden Sie den Hashtag #sandiskstories, damit Ihre Geschichte vielleicht für diese Website ausgewählt wird.

Registrieren Sie sich für Sonderangebote!

Holen Sie sich besondere Werbeangebote und Tipps zum Fotografieren von SanDisk.